Tablets und Smartphones sind nach wie vor beliebte Geschenke, besonders für Kommunionen oder Kindergeburtstage.
Das mobile Internet boomt in Luxemburg: 71% der Einwohner sind mit ihren mobilen Geräte ans Internet angeschlossen. Der Einsatz von Smartphones und Tablets steigt stetig in Luxemburg, für immer vielfältigere Anwendungen.
Um von der Vielfalt der Smartphones & Co profitieren zu können, ist es wichtig, dass Jung und Alt sich einiger Eigenschaften dieser taktilen Anhängsel bewusst werden.
- Smartphones sind keine Telefone. Es sind Computer mit vergleichbarer Funktionalität eines “echten” Rechners.
- Sie haben die gleichen Schwachstellen wie Computer, jedoch ihr tragbares Format birgt zusätzliche Gefahren (Verlust, Diebstahl, ungesicherte Verbindungen).
- Sie können ebenfalls zu böswilligen Zwecken verwendet werden (Network Spoofing, Verletzung der Privatsphäre, Veruntreuung von Bildern …)
- Außerdem nehmen die Sicherheitsbedrohungen speziell oder primär für Tablets und Smartphones zu.
Die Hauptrisiken mit Smartphones und Tablets sind:
- Offenlegung von Informationen nach Diebstahl oder Verlust des Geräts: das Smartphone wird gestohlen oder geht verloren. Ist der Speicher nicht geschützt, können Dritte auf vertrauliche Daten zugreifen.
- Unbeabsichtigte Preisgabe von Daten: der Smartphone-Nutzer legt selbst Daten offen, ohne es zu wissen: zB Geotagging von Fotos oder öffentlichen Informationsaustausch über soziale Netzwerke …
- Phishing-Angriffe: anhand von falschen Apps oder anscheinend glaubwürdigen Meldungen, versucht ein Pirat an Zugangsdaten oder Kreditkartennummern zu gelangen.
- Spyware-Attacken: wenn eine Spyware auf Ihrem Smartphone installiert wurde, ist es ein Leichtes eine Menge von Daten einzusammeln oder sogar zu verändern. Spywares können an jede Form von persönlichen Daten gelangen.
- Netzwerk-Spoofing: Cyberkriminelle können einen WiFi- oder mobilen Zugangspunkt bereitstellen, damit User sich anschließen, in der Annahme es handele sich um einen legitimen Zugangspunkt. Auf diese Weise können sie die Daten, die zwischen dem Zugangspunkt und der angeschlossenen Smartphones zirkulieren, abfangen. Mit diesen Daten können Sie dann weitere Angriffe durchführen, z.B. Phishing-Attacken.
- Telefon-Angriffe: anhand von Schadsoftware können Unehrliche von fern Telefonate und Premium-SMS starten mit dem Ziel hohe Gebühren einzukassieren.
- Schadhafte QR-Codes: QR-Codes die auf infizierte oder betrügerische URLs verlinken.
- Abo-Fallen & Premium SMS: teure Abonnements und überteuerte SMS kommen schnell und leider oft unbemerkt zustande. Der finanzielle Schaden wird meistens erst bei der Handyrechnung bemerkt.
Tip! Mehr über gängige Betrugsmaschen finden sie auf: BEE SECURE
Gut beraten ist wer einige Regeln beachtet
Wenn Ihr Kind sein erstes Smartphone erhält, ist es Zeit, ihm einige Verhaltensregeln beizubringen und ihm zu zeigen wie es sein „neues Spielzeug“ schützen kann. Es muss vor allem begreifen, dass der Inhalt und die Daten noch besser geschützt werden müssen als das Gerät selbst.
Zu diesem Zweck gelten folgende Regeln und Schutzmaßnahmen:
- Sichern Sie das Gerät. Verwenden Sie ein sicheres Kennwort um Ihr Smartphone oder Tablet zu sperren. Begnügen Sie sich nicht mit dem 4-stelligen PIN-Code!
Im Fall von Diebstahl haben Sie dann mehr Zeit Ihr Smartphone oder Tablet ferngesteuert zu löschen. Vorsicht bei Kinder: wenn sie versuchen, Ihr Gerät zu entsperren, kann es vorkommen, dass sie es sperren oder „löschen“. - Überlegen Sie, bevor Sie eine App installieren. Achten Sie vor der Installation darauf, auf welche Informationen die Anwendung zugreifen wird. Einige Apps verlangen z.B. Zugriff auf Ihren Standort, Ihre Kontakte, Ihre Profile in sozialen Netzwerken … Installieren Sie nur Anwendungen die Sie wirklich brauchen und die aus vertrauenswürdigen Quellen stammen.
- Seien Sie vorsichtig mit WLAN-Hotspots. Falls sie an öffentlichen und ungesicherten Zugangspunkten, sogenannten Access-Points, online gehen, vermeiden Sie Websites und Anwendungen, die persönliche Informationen oder Logins erfordern.
- Deaktivieren Sie die automatische Anmeldung. Durch die automatische Verbindung zu ungesicherten Drahtlosnetzwerken, werden Sie anfällig für Angreifer und andere Gauner im Web. Deaktivieren Sie die Wi-Fi & Bluetooth-Verbindungen, wenn Sie sie nicht benutzen.
Quelle: « Top Ten Smartphone Risks », ENISA
Erste Hilfe im Falle von Diebstahl oder Verlust
Im Falle von Diebstahl oder Verlust, gibt es keinen Grund in Panik zu geraten. Der Digital-First Aid Kit von CIRCL gibt Ihnen die nötigen Anweisungen um größeren Schaden zu vermeiden.
Besondere Schutzmaßnahmen nach Rooting
Rooting oder Jailbreaking ist bei Jugendlichen sehr verbreitet. Rooting heißt eigentlich nichts anderes als sein eigenes Handy zu „hacken“, um Berechtigungen zu erlangen die man als normaler Nutzer nicht hat. Durch die erlangten Berechtigungen können u.a. Apps installiert und in vollem Umfang genutzt werden, die vom Werk her nicht vorgesehen und zugelassen sind.
Ein Handy das gerootet wurde, ist jedoch umso anfälliger für Schadsoftware und sonstige Angriffe. Des Weiteren sind die vom Werk aus integrierten Sicherheitsvorkehrungen dann nicht mehr aktiv und die Garantie wird hinfällig. Eventuell kann der Zugang zur Datenspeicherung auf externen Servern (Cloud) verweigert werden.
Guter Schutz ist nicht teuer, doch wertvoll.
Die meisten namhaften Antiviren-Hersteller bieten für Privatanwender kostenlose Sicherheits-Apps für Smartphones an. Diese sind in ihrem Funktionsumfang etwas reduzierter als die Pro-Versionen, gelten jedoch als leistungsfähig und werden regelmäßig aktualisiert.
Sicherheits-Apps
Die meisten Sicherheits-Apps haben meist auch einen Virenscanner die bekannte Schädlinge schon vor der Installation einer App erkennen.
Internetseitenfilter
Internetseitenfilter-Apps erkennen betrügerische Webseiten und blockieren diese beim Aufruf mit einem Warnfenster.
Lokalisierung und Fernsteuerung
Die meisten Smartphones sind mit einer Ortungs- und Fernsteuer-Funktion ausgestattet. Mit der Ortungs-Funktion lassen sich Handys nach Verlust oder Diebstahl orten. Allerdings nur so weit es noch aktiv ist und in begrenzter Reichweite.
Ist das Handy verschwunden, kann es mit der Fernsteuerfunktion gesperrt werden, so dass der Finder keinen Zugriff auf die persönlichen Daten hat, notfalls können sie auch aus der Ferne gelöscht werden.
Back-up
Wer nach einem Verlust die Daten auf seinem Handy von fern gelöscht hat, ist gut beraten wenn er sie im Vorfeld auf dem PC oder in einer Cloud gespeichert hat um sie bei Bedarf zurückzuspielen.
All-in-one Sicherheit-Apps
Sogenannte All-in-one Sicherheit-Apps bieten einen ganzheitlichen Schutz für Smartphones. So überprüfen sie E-Mail-Anhänge und Apps schon beim Download auf Malware, verfügen über eine Fernsteuer- und Löschfunktion, sowie einen Internetseitenfilter. Des Weiteren sichern sie die Daten auf externen Servern, so dass diese nach Verlust des Smartphones abrufbar sind und übertragen werden können.
Sicherheit-Apps für Android und iOS im Test
http://www.av-test.org/de/antivirus/mobilgeraete/android/
http://www.cio.de/a/die-top-10-sicherheits-apps-fuer-ios,2967866

