Smart-Toys – multiple Facetten, multiple Risiken

Das Internet bietet neue Funktionen für viele Alltagsgegenstände, die – wenn sie mit dem Internet verbunden sind – miteinander bzw. mit einem anderen Gegenstand oder Gerät kommunizieren können. Dieses Internet der Dinge betrifft auch Kinderspielzeug, ein Wirtschaftszweig, in dem häufig neue Technologien eingesetzt werden. Bereits jetzt sind intelligente Puppen, interaktive Tablets, übers Internet steuerbare Drohnen, sowie Kuscheltiere die den Schlaf des Kindes überwachen, usw. erhältlich.

Auch wenn diese neuen Technologien Kinder geistig fördern können, sollte jedoch nicht vergessen werden, dass sie nicht ohne Risiken sind – sowohl, was die technische Sicherheit der Geräte als auch den Datenschutz angeht.

Dieser Leitfaden liefert weitere Einzelheiten über diese Produktneuheiten und, veranschaulicht gute Praktiken, um die Kontrolle über intelligentes Kinderspielzeug zu bewahren.

Bei Smart-Toys handelt es sich um neue, zwischen Spielzeug und Kommunikationstool angesiedelte Hybridpuppen oder -geräte. Sie sind über eine Schnittstelle direkt oder indirekt mit dem Internet verbunden, und weit mehr als reines elektronisches Spielzeug. Ein Smart-Toy ist ein für ein junges Zielpublikum gedachtes Kommunikationstool.

Viele der erhältlichen Geräte haben pädagogische Funktionen (wie der Dino von Cognitoys): Sie können genaue Fragen stellen oder beantworten, und sogar Spielaktivitäten anbieten bzw. das Kind durch diese leiten (wie der Teddy Bear von Fisher Price). Das Kind kann demnach mit dem Spielzeug quasi autonom interagieren, indem es beispielsweise einfach nur mit ihm spricht.

Die wichtigsten Kategorien der Smart-Toys

Virtuelle Freunde

Smart-Toys können jetzt auch Gespräche führen. Beispiele hierfür sind die Puppen Cayla und Hello Barbie oder auch der kleine Teddybär von Fisher Price.

Diese Kategorie Spielzeug funktioniert auf dieselbe Weise wie Siri auf dem iPhone: Es nutzt eine mit einer Art künstlicher Intelligenz vergleichbare Plattform. Oder genauer: Hello Barbie kann mit einem Kind sprechen, indem es sich über WLAN mit einem von einem Dritten verwalteten Onlinedienst vernetzt. Die Eltern können über die Smartphone-App der Puppe auf diesen Onlinedienst zugreifen. Die von den Kindern gestellten Fragen werden aufgenommen und in Echtzeit ausgewertet. Anschließend wird eine an die Frage angepasste Antwort zurückgeschickt.

Kommunizierende Smart-Toys

Es gibt Telefone, Tablets und Uhren, mit denen Kinder spielen oder andere nachahmen können. Eltern können auch Nachrichten an ihre Kinder schicken, Videos und Fotos mit ihnen austauschen.

Diese Tablets können mit dem Internet vernetzt werden, und das Kind kann darauf Spiele-Apps installieren, die über die Onlineplattform des Herstellers heruntergeladen werden können (mit dem Einverständnis der Eltern, denn es gibt kostenlose und gebührenpflichtige Apps). Manche Hersteller bieten auch Apps zur Installation auf dem Smartphone der Eltern an, damit diese mit ihren Kindern kommunizieren können.

Der Markt der Smart-Toys wird immer größer, und ihre Funktionen immer innovativer und überraschender. Allerdings werfen diese Spielsachen einige Fragen auf, was den Datenschutz, eine sichere Verbindung mit den Onlinediensten der Hersteller usw. angeht. Gut beraten ist wer sich vor dem Gebrauch genauestens informiert!

Smart-Toys mit Überwachungsfunktionen

Mit intelligenten Uhren (auch Smartwatch genannt) wie Filip oder Miiya lässt sich der FilipAufenthaltort des Kindes finden. Diese Uhren bieten ebenfalls Unterhaltungsaktivitäten an.

Smartwatches sind mit dem Internet verbunden, und mit einer auf einem Smartphone installierten App kann das Kind geolokalisiert werden. Die Uhren nutzen GPS-Daten und eine WLAN-basierte Ortung, wie es Smartphones tun, damit sich der Nutzer beispielsweise in einer Stadt orientieren kann. Die Eltern erhalten Benachrichtigungen und mittels einer einer Notruf-Funktion, werden die Eltern informiert, sollte sich ihr Kind über den festgelegten Sicherheitsperimeter hinauswagen..

Drohnen

Hierbei handelt es sich um, für Kinder, leicht steuerbares Spielzeug (zum Beispiel Drohnen der Marke Parrot).

Das Kind steuert das Spielzeug aus der Entfernung über eine App, die auf ein Tablet oder Smartphone heruntergeladen wird. Das Spielzeug ist über Bluetooth oder WLAN mit dem Smartphone verbunden, was eine Ortung der Drohne des Kindes sowie anderer Drohnen in der Umgebung ermöglicht. Das Kind kann Fotos machen und Videos aufnehmen, die in der Onlineplattform des Herstellers gespeichert werden, und diese auf Internetseiten teilen.

Soziale Smart-Toys

In Zeiten sozialer Netzwerke können Kinder ihre Punktezahl in Echtzeit mit denen ihrer Freunde vergleichen.

Mit einigen Geräten sind Mitteilungen in einem öffentlichen sozialen Netzwerk (wie Facebook) oder einem privaten Netzwerk (die Cloud von Nintendo, Sony usw.) möglich, damit Nutzer desselben Spiels sich vernetzen, und sich über ihre Leidenschaft austauschen können. Andere ermöglichen es, die Punktezahl wie bei einem Wettbewerb zu vergleichen.

Entwicklungsfähige Smart-Toys

Manche Spielwaren sind mit Webshops vernetzbar, wo das Kind neue Apps herunterladen, und sein Spielzeug an sein Alter und seine Interessen anpassen kann. So kann das Spielzeug länger genutzt werden.

Ein Profil des Kindes wird angelegt. Seine Nutzungsgewohnheiten und Interessen werden verfolgt, um somit mit dem Kind „mitzuwachsen“.

Virtual Reality

Die virtuelle Realität – eine Neuheit, die in den kommenden Jahren wahrscheinlich stark wachsen wird – wird zunehmend beliebter. Über eine Brille, ein Smartphone, einen speziellen Bildschirm oder ein Display erhält der Nutzer Zugang zu anderen Welten.

Spezielle Tools nutzen die Position und Ausrichtung des Blickes, um dem Nutzer den Eindruck zu vermitteln, sich an einem anderen Ort zu befinden. Diese Geräte funktionieren über ein Smartphone Smartphone (Google Cardboard, Samsung Gear VR) oder einen speziellen Computer (Occulus RIFT usw.)

Pädagogische Smart-Toys

Spielerisches Lernen wird oft zu Marketingzwecken verwendet. Das Internet ist die größte Wissensquelle und mit einem Internetzugang fungiert das Spielzeug als ideale Verbindung zwischen diesem Wissen und dem Kind.

Einige Smart-Toys verfügen ausschließlich über spielerische Aspekte und die Rolle des Nutzers beschränkt sich auf die eines Konsumenten im Voraus festgelegter Funktionen. Manche haben auch vom Kind programmierbare oder veränderbare Funktionen, die wirkliche Lernerfahrungen ermöglichen (MaKey MaKey usw.).

Dieses Dokument wurde von SECURITYMADEIN.LU erstellt, in Zusammenarbeit mit/oder auf  Beratung des Centre Européen des Consommateurs (CEC), Foyer Assurances und der Union Luxembourgeoise des Consommateurs (ULC). Die Verbreitung erfolgt im Rahmen der staatlichen Initiative BEE SECURE. Die Ausarbeitung und die Koordinierung sind von der Europäischen Union kofinanziert.

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